Masterplanprozess, eine Chance für die Stadt Mülheim an der Ruhr

Der Flughafen Mühlheim/Essen passt nicht mehr in unsere Zeit. In Zeiten der Verkehrswende und der damit unbedingt erforderlichen Senkung von Flugbewegungen haben Regionalflughäfen ihre Existenzberechtigung verloren. 😠

Umso wichtiger ist es, die somit zur Verfügung stehenden Flächen sinnvoll zu nutzen. Moderne Wohnbebauung kann eine sinnvolle Nutzung sein. Mehr noch werden in so dicht besiedelten Gebieten wie das Ruhrgebiet Freiflächen benötigt, um der Natur eine Chance zu geben. Deshalb ist es wichtig, dass mindestens die Nutzungsvariante des Masterplanprozesses als Minimalziel konsequent umgesetzt wird. 

👀 Die Ratsfraktion der GRÜNEN in Essen übersendet eine Presseerklärung des Netzwerks Mülheimer Bürger gegen Fluglärm (Zitat):

Masterplanprozess, eine Chance für die Stadt Mülheim an der Ruhr

Wir begrüßen die Fortsetzung des Masterplanprozesses und sprechen die Hoffnung aus, dass im Rahmen dieses Prozesses die Werthaftigkeit des Flugplatzareals und die darin begründeten Chancen für die Städte Essen und Mülheim objektiv herausgearbeitet werden.

Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Stadt Mülheim in der derzeitigen Konkurrenzsituation mit anderen Städten städtebauliche Projekte benötigt um künftig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Beide Städte haben auf der Flughafenfläche die Möglichkeit, ein Wohn- und Gewerbequartier mit herausragender Strahlkraft für die gesamte Region zu schaffen, mit dem sie im Wettbewerb mit anderen Städten und Regionen bestehen können. Es sollte ein zukunftweisendes architektonisches Highlight der Region werden, das höchsten Ansprüchen genügt.

Alle Planungen sind auf der Basis der vorliegenden Gutachten zu erbringen, wobei die Ausnutzung der Fläche für Wohn- und Gewerbegebiete deutlich reduziert werden muss.

Leitlinien für den planerischen Wettbewerb müssen den höchsten technischen Standards und neuesten Richtlinien für den Umwelt-, Lärm- und Naturschutz folgen. Besonderer Wert ist auf Einhaltung der Richtlinien und Vorschriften für den städtebaulichen Lärmschutz zu legen und eine Lärmminderungsplanung ist unbedingt erforderlich.

Das Netzwerk wendet sich ausdrücklich gegen jede Art der Maximalbebauung der Fläche.

Die Chance der Masterplanung darf nicht zu Gunsten von Einzelinteressen wie etwa Flugschulen aufgegeben werden.

Die sorgfältige und fundierte Durchführung der Masterplanung ist für die Zukunft des Standorts Mülheim an der Ruhr von großer Bedeutung.

Mit Verwunderung hat das Netzwerk die neuerlichen Bemühungen der Flughafennutzer im Rahmen der Initiative „Wir bleiben Flughafen“, die offensichtlich das Ziel verfolgt, den Masterplanprozess zu stören, zu Kenntnis genommen.

Die vorgetragenen Argumente stammen offensichtlich aus der Debatte der 90er Jahre und sind nicht geeignet, den planerischen Anforderungen für eine zukünftig, sinnvolle Nutzung der Fläche zu genügen.

Aus der Darstellung der Initiative sind Strukturen für zukünftige Flug-Elektromobilität nicht ansatzweise zu erkennen; was jedoch konkret feststeht, ist, dass für Elektro-Flugverkehr auf dem Flugplatz eine Start- und Landebahn nicht erforderlich ist.

Nach unserer Bewertung ist bei der Masterplanung insbesondere Natur-, Umweltschutz und der Lärmschutz im Rahmen einer sinnvollen Wohnbebauung neben Hightech Gewerbe von besonderer Bedeutung.

Hier besteht für Mülheim eine Chance, eine Planung mit Modellcharakter zu realisieren, die die Anforderungen an eine zukunftsfähige Stadtplanung erfüllt.

Eine solche Stadtplanung ist nach unserem Dafürhalten ohne Freiflächen nicht denkbar.

Bei der politischen Diskussion hat sich eindeutig herausgestellt, dass es offensichtlich keine Mehrheit für eine Maximalbebauung gibt. Aus diesem Grunde bedarf diese Nutzungsvariante im Rahmen des Masterplanprozesses keiner weiteren Vertiefung, sondern die Rahmenbedingungen des Masterplanprozesses müssten modifiziert werden.

Vielmehr sind die Rahmenbedingungen des Masterplanprozesses dahingehend zu modifizieren, dass eine moderate Flächennutzung unter Beachtung des Natur- und Umweltschutzes umgesetzt werden kann.

4. März 2021

Gez. Waldemar Nowak

Netzwerksprecher


 

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ein Blick von oben in die Stadt… Feinde, Gegner oder Hemmnis einer freien und offenen Gesellschaft

Energiearmut und Stromsperren

Zufall ist vielleicht das Pseudonym Gottes ...

Ist die Rente noch zu retten? Ja! Genau so…

Religionsfreiheit - Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Was kann aus dem Soli werden?

Against All Gods

Auf KI ist kein Verlass – Fehler sind systembedingt

Stärkung der Sozialversicherung was geht (ist sinnvoll) und was nicht (ist nicht sinnvoll)